Über FAIRLEA
Über das Forschungsprojekt FAIRLEA.
Strafverfolgungsbehörden setzen zunehmend auf Künstliche Intelligenz (KI), um Ermittlungen effizienter zu gestalten. Gleichzeitig bergen diese neuen Technologien jedoch Risiken für gesellschaftliche Freiheiten und die Rechte Einzelner – etwa die Gefahr, zu Unrecht verfolgt oder diskriminiert zu werden. Diese Risiken resultieren primär aus dem Einsatz intransparenter Black-Box-KI-Werkzeuge, die für die Beteiligten eines Strafverfahrens nur schwer nachvollziehbar sind, sowie aus maschinell erlernten Verzerrungen (Bias).
Krypto-Assets wie Bitcoin oder Ethereum werden vielfach zur Begehung von Straftaten genutzt, insbesondere für den Handel mit illegalen Gütern und Dienstleistungen, Betrug und Erpressung. Die Verfolgung dieser Delikte stützt sich maßgeblich auf sogenannte Krypto-Tracing-Tools. Diese nutzen Heuristiken und statistische Verfahren, um Zahlungsströme nachzuverfolgen und Nutzer zu deanonymisieren, die potenziell in kriminelle Aktivitäten verwickelt sind. Während der Einsatz klassischer (nicht-KI-gestützter) Ermittlungsmethoden im Krypto-Bereich inzwischen gut erforscht ist, mangelt es bislang an technischen und rechtlichen Studien zum Einsatz von KI in diesen Ökosystemen.
Aus diesem Grund untersucht diese Forschungsgruppe anhand einer Fallstudie zur Krypto-Forensik, wie KI-gestützte Werkzeuge in strafrechtlichen Ermittlungen optimal eingesetzt werden können. Ziel ist es aufzuzeigen, wie solche Systeme sowohl den Anforderungen der Strafverfolgungsbehörden gerecht werden als auch sämtlichen Vorgaben des deutschen und europäischen Rechts entsprechen.
